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* THE PIANIST * von Roman Polanski, F/D/Pol/UK/USA 2002

2. März 2025
20:00 - 22:30 Uhr
* Bar offen ab 19:40 Uhr * Filmbeginn 20:00 Uhr *

Ort:
Singsaal Schulhaus Feld
Tödistrasse 77
8800 Thalwil
Preis:
Fr. 6.00
Preise:
* Abendeintritt 6.--
* AHV, IV, StudentInnen, Lehrlinge 5.--
* Jahresmitgliedschaft beim Verein filmpodium thalwil 50.-- / Berechtigt zum freien Eintritt in alle Filme des 47. Programms.
* Maske 1.--
Organisator:
filmpodium thalwil
Kontakt:
Verena Biedermann
E-Mail:
info@filmpodiumthalwil.ch
Voraussetzungen:
* Ab 12 Jahren * 143 Minuten * Originalversion (Englisch, Deutsch) mit deutschen Untertiteln
Anmeldung:
* Nicht notwendig * Einfach kommen * Dem Schutzkonzept von 'pro cinema' entsprechend gilt Maskenpflicht *
Website:
http://www.filmpodiumthalwil.ch


Musik des Überlebens

Mit dem Einmarsch der Deutschen in Warschau 1939 beginnt auch für Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody), den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten beim Warschauer Rundfunk, eine lange Zeit des Leidens. Mit Glück und der Hilfe des polnischen Untergrundes entkommt der Musiker dem Warschauer Ghetto und lebt zunächst versteckt in Warschau. Zuletzt vegetiert er in den Ruinen zerbombter Häuser der vollkommen zerstörten Metropole – bis ihm ausgerechnet ein deutscher NS-Offizier (Thomas Kretschmann) das Leben rettet.

Roman Polanski, der selbst ein Überlebender des Ghettos von Krakau ist und als Kind die Deportation seiner Mutter erleben musste, hat sich dem dunkelsten Kapitel der polnischen Geschichte angenommen. Seine Geschichte ist die vom Schmerz, vom Leiden, von der Einsamkeit, vom Hunger und von der Angst. Sie handelt auch davon, wie sein Leben durch ein, zwei Wunder gerettet wird. Jedenfalls, wenn man die blosse Existenz von Menschen in der Unmenschlichkeit der deutschen Faschisten ein Wunder nennen wollte. Es ist eine Geschichte, die wohl niemand glauben würde, wenn sie nicht tatsächlich geschehen wäre.

Polanski (* 18.08.1933) erzählt diese Geschichte gradlinig, genau und immer nahe an seinem Protagonisten. Bemerkenswert sind dabei die erzählerischen Mittel, die der Regisseur findet. Er malt jedes Detail, die Dinge, die Körper, die Gesichter, und er schafft einen Blick, der zugleich die Enge der ständigen Gefangenschaft und die Endlosigkeit des Terrors einbezieht. Jede Einstellung, jeder Schnitt konstruiert den Zusammenhang zwischen dieser einen wunderbaren Geschichte und der historischen Wahrheit der Todesmaschine. Es ist der Traum vom Leben, der noch mehr berührt als der vom Überleben. Wladyslaw findet in seinem Versteck ein Klavier, darf aber keinen Ton darauf spielen, um sich nicht zu verraten. So schweben seine Finger über den Tasten, und nur er und wir hören die Musik.

Ein Spielfilm kann nur begrenzt den Faschismus und den Holocaust darstellen. Ein Spielfilm kann uns jedoch für Augenblicke in das Geschehen hineinversetzen: wie es wäre, in dieser Hölle zu sein, als Opfer, manchmal sogar als Täter. Wir können die Schnittstellen erleben, zwischen dem System und dem Einzelnen, dem Schicksal und der Entscheidung. Dorthin gelangt kein Begriff, dorthin gelangt kein wissenschaftliches Modell. Dorthin kann man durch die beiden Betrachtungsweisen im Film gelangen. Der Regisseur verlässt nie die Perspektive seines Protagonisten. Eines Menschen, der leidet. Eines Menschen, der sich immer wieder, manchmal mit allerletzter Kraft, für das Leben entscheidet.

Ausgezeichnet worden ist der Film unter anderem mit drei Oscars (beste Regie, bester Hauptdarsteller, bestes adaptiertes Drehbuch), sieben Césars, dem europäischen Filmpreis und der goldenen Palme von Cannes.[CC]

Filmstill

Dokument
Programm_20-21.pdf (pdf, 167.9 kB)