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Werkschau: Hochwasserentlastungstollen Sihl und Seeuferplanung Thalwil

Der Zürcher Regierungsrat hat beschlossen, zum Schutz gegen Extremhochwasser der Sihl den Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und Thalwil weiter zu projektieren. Der zwei Kilometer lange Stollen soll Hochwasserspitzen der Sihl in den Zürichsee überleiten und so das untere Sihltal und Zürich schützen. Für die Gemeinden Langnau a.A. und Thalwil bedeutet der Entscheid umfangreiche Planungen im Bereich der Sihl und dem Thalwiler Seeufer.

Zum Ausgleich der ökologischen Beeinträchtigungen durch den Bau des Entlastungsstollens plant der Kanton Zürich diverse Ersatzmassnahmen an der Sihl und am Zürichsee. Während die genauen Massnahmen am Zürichsee noch nicht feststehen, ist die Planung an der Sihl schon recht weit fortgeschritten.

Ersatzmassnahmen an der Sihl
Die Ersatzmassnahmen sind an der Sihl zwischen dem Bahnhof Langnau-Gattikon und der Wehrschwelle beim Gartendörfli Langnau sowie bei der Mündung des Gontenbaches geplant und wurden im Rahmen von Workshops mit den Gemeinden und verschiedenen Interessensgruppen konkretisiert. Sie sehen vor, die Flusssohle und das Ufer der Sihl in diesen Abschnitten naturnaher zu gestalten, um die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserlebewesen zu verbessern. Dazu soll auch ein heute trocken liegender Seitenarm auf der linken Flussseite reaktiviert werden. Anstelle der Schwelle beim Gartendörfli, heute ein Wanderhindernis für Fische, soll eine Rampe entstehen. Auch in den Gontenbach sollen die Fische künftig wieder aufsteigen können.
Der Wanderweg entlang dem rechten Ufer der Sihl würde unterhalb der Spinnerei Langnau auf einer Länge von etwa 550 Metern aufgehoben. Dies ermöglicht die Reaktivierung des dortigen Prallhangs, einem typischen Lebensraum für die seltenen Uferschwalben und Eisvögel. Die Sihl bekommt in diesem Abschnitt ihren Charakter als Wildfluss teilweise zurück. Der Wanderweg würde neu als naturnaher, attraktiver und vom Radweg weitgehend getrennter Pfad auf der linken Sihlseite geführt. Dazu wird auf Höhe Bahnhof Langnau-Gattikon/Mündung Dorfbach ein neuer Fussgängersteg geplant. Beim Stirnemannsteg würde der Wanderweg wieder auf die rechte Seite zurückwechseln.
Die ökologischen Ersatzmassnahmen an der Sihl werden nun detailliert ausgearbeitet und die Pläne voraussichtlich Ende 2018 oder anfangs 2019 öffentlich aufgelegt.

Thalwiler Seeuferplanung
Der Variantenentscheid des Kantons schafft für Thalwil eine klare Ausgangslage für die Seeuferplanung. In einem gemeinsamen Masterplan mit dem Kanton wird eine Gesamtschau entwickelt, die alle Bauwerke und räumlichen Auswirkungen des Stollens sowie die weiteren baulichen Massnahmen am Seeufer und der ARA aufzeigt.

Das Ausbaulaufwerk des Entlastungsstollens würde im Bereich der heutigen ARA und dem Seebad Bürger I gebaut. Die Seeuferplanung sieht vor, die Seebäder Bürger I und II zusammenzulegen. Das dazwischenliegende Areal der Bootshaabe Bürger wird in das grosse Seebad integriert. Die wegfallenden Bootsliegeplätze werden im Hafen Farbsteig ersetzt. Dies bietet sich an, weil die Konzession der Bootshaabe Büger 2023 ausläuft und eine Verlängerung unwahrscheinlich ist, da im Leitbild Zürichsee 2050 eine Konzentration der Hafenanlagen angestrebt wird. Der Auslaufstollen bietet eine grosse Chance für die Gestaltung des Seeufers. Er würde auf dem Seegrund auf einer Länge von 90 Metern in den See ragen und könnte das Fundament für einen darüber liegenden Steg bilden.

Für das Seeufer im Bereich Bürger wird ein Gestaltungsplan erarbeitet. Die Bevölkerung soll die Möglichkeit haben sich dabei einzubringen. Das Mitwirkungsverfahren wird im Sommer/Herbst 2018 starten, sodass der Gestaltungsplans Anfang 2019 öffentlich aufgelegt werden kann.

Um die wegfallenden Bootsliegeplätze der Bootshaabe Bürger zu ersetzen ist ein Ausbau des Hafens Farbsteig nötig. Zu beachten sind dabei die strengen Vorschriften des Gewässer- und Landschaftsschutzes, weshalb mehrere Ausbau-Varianten geprüft wurden. Ein Ausbau in Richtung Osten, schräg in den See hinein wird derzeit weiterverfolgt. Damit würde die Abfahrtsroute der Kursschiffe nicht beeinträchtigt und kein weiteres Seeufer verbaut.

Weitere Elemente der Seeuferplanung sind die Parkierungssituation an der Seestrasse und die weitere Erschliessung des Ufers mit dem Seeuferweg. Auch der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage steht in engem Zusammenhang mit der Projektierung des Entlastungsstollens. Ausserdem könnte Thalwil mit dem Entlastungsstollen einen Fortschritt in der Siedlungsentwässerung erreichen, indem er für den Abfluss von Regenwasser in den Zürichsee genutzt werden könnte.

Finanzen und Termine
Der Kanton Zürich rechnet mit Kosten von rund 130 Millionen Franken für den Bau des Hochwasserentlastungsstollens. Der Hochwasserentlastungsstollen befindet sich derzeit in der Projektierungsphase, das heisst dessen Bau ist noch nicht beschlossen. Erst mit der Projektfestsetzung durch den Regierungsrat und der anschliessenden Kreditgenehmigung durch den Kantonsrat kann die konkrete Umsetzung starten. Damit ist nicht vor 2020 zu rechnen. Bei einer ungefähren Bauzeit von 2,5 Jahren könnte der Entlastungsstollen frühestens 2023 in Betrieb genommen werden. Die Umsetzung der Seeuferplanung in Thalwil wird im ähnlichen Zeithorizont erfolgen.

Im Bau- und Finanzprogramm (BFP) der Gemeinde Thalwil sind vorläufig rund 4,9 Millionen Franken für Badeufer, Kiosk- und Badigebäude, einen Steg auf dem Auslaufstollen, Naturufer, Umweltverträglichkeitsprüfungen und eine Altlastensanierung eingestellt. Für die Erweiterung des Hafens Farbsteig, an dem die Gemeinde mit 51% der Aktien beteiligt ist, wird mit Kosten von ca. drei Millionen Franken gerechnet. Diese Gelder wurden bisher nicht im BFP eingestellt, da die Beteiligung der Gemeinde noch offen ist.

Gemeinderat, DLZ Planung, Bau und Vermessung 
seeufer thalwil
 

Dokument Medienmitteilung (pdf, 171.3 kB)


Datum der Neuigkeit 16. Feb. 2018