Nachhaltige Entwicklung Thalwil Das Thalwiler ModellDer Prozess der Nachhaltigkeitsgestaltung hat in Thalwil 1998 mit einer Zukunftswerkstatt begonnen. In der Folge gelang es, Vertreterinnen und Vertreter sämtlicher politischen Parteien zu Beteiligten zu machen. Nachhaltigkeit im ganzheitlichen Sinne wurde ein zentrales Anliegen. Der Gemeinderat beschloss 1999, die lokale Umsetzung der Agenda 21 bewusst an die Hand zu nehmen und in die Legislaturziele aufzunehmenn. Wichtig war, dass in diesem ganzen Prozess die Exekutive die politische Führung übernahm, geeignete Strukturen schuf und damit kund tat, dass es ein ernstes Anliegen ist. Dazu setzte der Gemeinderat als Erstes die Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit ein. Ihre zentrale Aufgabe ist die Steuerung und Überwachung des Entwicklungsprozesses für die Nachhaltige Entwicklung in Thalwil. Im Jahr 2000 bewilligte der Souverän den Kredit von 240'000 Franken für das Forschungsprojekt TripelBudgetierung. Mit der Hochschule Rapperswil (HSR) wurde ein Instrument zur Berechnung der Wertschöpfung von Nachhaltigkeit erarbeitet. Dies setzt eine intensive Wertediskussion voraus, die in einen Monetarisierungsprozess mündet, d.h. die ökologischen, sozialen und ökologischen Kriterien werden gleichermassen quantifiziert und zueinander in Beziehung gebracht. Die TripelBudgetierung erbringt den Nachweis für den Gewinn durch die Nachhaltigkeit und erhöht dadurch die Investitionssicherheit für die Gemeinde. Die Gemeinde Thalwil hat die Implementierung der Grundsätze zur nachhaltigen Entwicklung sukzessive umgesetzt. |
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Internationale Definitionen und Begriffe Der Ausdruck Nachhaltigkeit geht auf Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) zurück: In seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ forderte der Pionier der Forstwirtschaft eine „nachhaltige Nutzung“ des Holzes, „weil es eine unentbehrliche Sache ist, ohne welche das Land in seinem Wesen nicht bleiben mag.“ Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (1987, Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) Agenda 21 ist Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklung mit 40 Kapiteln (1992, verabschiedet von 179 Staaten in Rio de Janeiro) Lokale Agenda 21 (Kapitel 40) ist ein Aufruf an Gemeinden, zusammen mit verschiedenen örtlichen Akteuren und Organisationen ein Aktionsprogramm aufzubauen. |