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Räumliche Koordination der Wärmeversorgung


Der kommunale Energieplan bestimmt Massnahmen zur Sicherung der zukünftigen Energieversorgung. Er ist ein Planungsinstrument zur Umsetzung der kommunalen energiepolitischen Ziele. Durch die Festlegung von Prioritäts- und Eignungsgebieten mit entsprechenden Umsetzungsmassnahmen wird die räumliche Koordination der zukünftigen Wärmeversorgung (und Kälteversorgung) vorgenommen.

Die kommunale Energieplanung stützt sich auf Art. 7 des kantonalen Energiegesetzes (EnerG) und wurde am 8. April 2014 vom Gemeinderat verabschiedet. Mit der Genehmigung durch die Baudirektion des Kantons Zürich am 21. Januar 2015 ist der Kommunale Energieplan behördenverbindlich und kann gemäss § 295 Abs. 2 PBG (Planungs- und Baugesetz) auch privaten Grundeigentümern die Nutzung bestimmter erneuerbarer Energieträger vorgeben. Auf diese Weise wird die Planungssicherheit für Grundeigentümer und Investoren erhöht.

Download: Kommunaler Energieplan 2015, Bericht
Download: Kommunaler Energieplan 2015, Plan

Kommunaler Energieplan 2015, Titelseite des Berichts

Prioritätsgebiete


Verbindliche Festlegungen für eine gebietsweise Wärmeversorgung mit leitungsgebundenen Energieträgern werden als Prioritätsgebiete bezeichnet. In der Energieplankarte werden die Prioritätsgebiete (P) bezeichnet und in den Massnahmenblättern im Anhang des Berichts detailliert beschrieben.

Der Kommunale Energieplan der Gemeinde Thalwil sieht folgende Prioritätsgebiete vor.

P1 Abwärmenutzung ARA
Die EKZ betreibt einen Wärmeverbund mit Nutzung der Abwärme aus der ARA. Das Potenzial des Verbundes wird bisher nur zu etwa einem Drittel ausgenutzt. Das Versorgungsgebiet zeichnet sich durch eine hohe Wärmebedarfsdichte aus.

Die Gemeinde setzt in Zusammenarbeit mit der EKZ den Anschluss geeigneter Liegenschaften an den Verbund durch. Die Erweiterung hat hohe Priorität, da die Vorinvestitionen getätigt wurden und eine hohe Wirkung bezüglich CO2-Reduktion erzielt werden kann.

P2 Wärmeverbund Gattikon
Die Gebäude im bezeichneten Gebiet werden auch künftig eine mittlere bis hohe Wärmebedarfsdichte aufweisen. Es bietet sich ein Wärmeverbund an, welcher bivalent mit Holzschnitzelfeuerungen sowie Erdgas als Redundanz und Spitzendeckung betrieben wird. Schlüsselkunden sind verschiedene grössere Wohnüberbauungen und das Schulhaus Schweikrüti sowie einige bestehende Wärme-Kleinverbunde.

Der sich in der Planungsphase befindliche Wärmeverbund ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und des anschliessend durchgeführten Submissionsverfahrens bei verschiedenen Energiedienstleistern. Es wird damit gerechnet, dass bereits ab Herbst 2017 erste Teilgebiete durch den Contractor ewz mit Wärme ab der Heizzentrale versorgt werden können.

P3 Seewasserwärmenutzung Farb
Bestehender bivalenter Nahwärmeverbund mit Seewasserwärmenutzung und Erdgas zur Spitzendeckung. Mögliche Erweiterung im Gebiet E1 ist zu prüfen.

P4 Wärmeverbund Tödistrasse
Bestehende Wohnsiedlungen an der Tödistrasse, die ab zwei Heizzentralen (mit Heizölbrennern) mit Wärme versorgt werden. Aufgrund der relativ hohen Wärmebedarfsdichte und den bestehenden Kleinwärmeverbunden weist das Gebiet eine hohe Eignung für einen bivalent betriebenen Wärmeverbund mit Erdwärmenutzung und Erdgas (als Spitzendeckung) auf.

P5 Energieverbund Zentrum
Das Gebiet im Zentrum zeichnet sich durch einen sehr hohen Wärmebedarf der Liegenschaften aus. Es bietet sich ein Wärmeverbund an, welcher mit ungenutzter Abwärme (Versorgung mit Kälte wo Bedarf), mit Seewasserwärme oder einer WKK-Anlage betrieben wird.

In Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei wurde eine Variante betrachtet in welcher ein grossräumiger Energieverbund mit Seewasser als Energieträger einen grösseren Bereich des Zentrums versorgt. Die Energie wird als kalte Fernwärme (Anergie) direkt den einzelnen Liegenschaften zur Verfügung gestellt und dort unter Einsatz einer Wärmepumpe auf das jeweils erforderliche Temperaturniveau gebracht. Das Einzugsgebiet eines Energieverbunds Zentrum im Endausbau umfasst, neben dem Prioritätsgebiet P5 (Gotthardstrasse) und P4 (Tödistrasse) auch Teile der Eignungsgebiete E1, E2 und E4 (Überbauung Bahnhof).

P6 Abwärmeverbund Brand
Im Gebiet Brand wird bereits heute ein Teil der Abwärme der Axpo / EKZ-Anlage (Unterstation mit Trafo) genutzt. Eine Erweiterung des Wärmeverbundes auf das ganze Gebiet im bivalenten Betrieb ist zu prüfen.

P7 Wärmeverbund Marktweg
Bestehende Wohnsiedlung am Marktweg, die zentral mit Wärme (Heizölbrenner) versorgt wird. Aufgrund der Heizleistung und dem bestehenden Kleinwärmeverbund weist das Gebiet eine hohe Eignung für einen Wärmeverbund mit Erdwärmenutzung auf; evtl. kombiniert mit solarthermischer Regeneration und/oder Erdgas (als Spitzendeckung).

Kommunale Energieplanung, Plan


Eignungsgebiete

In den Eignungsgebieten werden im Sinne einer Empfehlung die aus energiepolitischer Sicht am besten geeigneten Energieträger dargestellt. Diese können sowohl in Einzelanlagen als auch in Kleinwärmeverbunden genutzt werden.

E1 Seewasserwärmenutzung, Gas
In den bezeichneten Gebieten mit einer mittleren bis hohen Wärmebedarfsdichte bietet sich eine Seewasserwärmenutzung im Verbund an (evtl. als Erweiterung von P3 oder im Contracting).

Alternativen sind: Erdwärmenutzung, Klein-WKK in Einzelanlagen oder Kleinverbünden oder Erdgasfeuerungen mit Biogasanteil, jeweils mit solarer Warmwasseraufbereitung.

E2 Erdwärme- oder Seewasserwärmenutzung, Gas
Die Liegenschaften im Zentrum weisen einen relativ hohen Wärmebedarf auf. Als mögliche Wärmequellen kommen Erdwärme, Seewasser oder WKK-Anlagen in Frage. Es bestehen mehrere kleine Wärmeverbunde, welche zu einem grossflächigen Verbund zusammengeschlossen werden können.

In einer Machbarkeitsstudie im Auftrag der Gemeinde Thalwil werden die Möglichkeiten zur Entwicklung eines Wärmeverbunds abgeklärt.

E3 Abwärme, Gas
Im Gewerbegebiet Böni besteht eine sehr hohe Wärmebedarfsdichte; möglicherweise kann überschüssige Abwärme von Betrieben genutzt werden. Das Gebiet eignet sich daher für Einzelanlagen oder Wärme-Kleinverbunde mit Nutzung von industrieller Abwärme (z.B. aus Kühlung) von Abwärme aus WKK-Anlagen oder von Erdwärme.
Inwieweit überschüssige Abwärme von Betrieben im Gewerbegebiet vorhanden ist und genutzt werden kann, soll geprüft werden. Allenfalls kann eine Submission für ein Wärme-Contracting durchgeführt werden.

E4 Erdwärme, Gas
Das Gebiet eignet sich für Einzelanlagen und Kleinwärmeverbunde betrieben mit Erdwärme, Erdgasfeuerungen mit Biogasanteil oder die Nutzung von Abwärme aus WKK-Anlagen. Besonders interessant für Kleinwärmeverbunde ist eine Kombination der Erdwärmenutzung mit thermischer Solarenergie und Erdgas zur Spitzendeckung.

E5 Erdwärme
Das Gebiet eignet sich für Einzelanlagen und Kleinwärmeverbunde betrieben mit Erdwärme. Erdgas, resp. Biogas wird in diesem Gebiet längerfristig nicht (mehr) zur Verfügung stehen.

Als Alternativen zur Wärmeerzeugung bieten sich Sonnenenergie, Pellet-Feuerungen oder Luft-Wasser-Wärmepumpen an. Besonders interessant ist eine Kombination der Erdwärmenutzung mit thermischer Solarenergie und Rückführung von überschüssiger Solarwärme zur Regeneration der Erdsonden.

Kommunaler_Energieplan_Bericht.pdf (2152.7 kB)