Jedes Jahr im Juni gehören die 6.-Klassen-Rallyes fest zum Programm der Jugendarbeit. Weshalb sie «Rallye» heissen, kann ich nicht sagen, passend finde ich den Namen trotzdem. Die Jugendlichen entdecken dabei Schritt für Schritt den Jugendtreff – umgangssprachlich «das Jugi» genannt – im Tuchhof und lernen unsere Angebote auf ihre eigene Weise kennen.
Während des Monats besuchen uns neun bis zehn Schulklassen mit jeweils 20 bis 24 Schülerinnen und Schülern. Pro Vormittag findet eine Rallye statt. Das Ziel ist mehr als eine Hausführung: Die Jugendlichen sollen das Jugi und den Mittagstreff erleben. Eigene Erfahrungen bleiben länger in Erinnerung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Angebote später genutzt werden. Heute erzähle ich von der diesjährigen Rallye aus der Sicht unseres Feel-Good-Managers Gino.
Bitte nicht klatschen!
Wer denkt, ein Hund ziehe sich bei vielen Menschen lieber zurück, kennt Gino nicht. Bereits bei der Begrüssung empfängt er die Jugendlichen freudig und mit wedelndem Schwanz. Beim Rundgang zeigt er seine Lieblingsplätze und während wir die Jugendarbeit vorstellen, wartet er geduldig in seinem Bett.
Danach sammeln die Jugendlichen in Gruppen Ideen für das Herbstferienprogramm und die Offene Turnhalle. Bei den Präsentationen wird normalerweise applaudiert – und genau das bringt Gino durcheinander. Anders als viele Hunde liebt er Gewitter und Feuerwerk und möchte immer mittendrin sein. Klatscht jedoch der ganze Raum gleichzeitig, weiss er nicht, wohin er soll, und beginnt zu jaulen.
Deshalb haben wir dieses Jahr eine einfache Lösung gefunden: Statt laut zu klatschen, zeigen wir den Jugendlichen das Applaudieren in Gebärdensprache und erklären kurz den Hintergrund. So bleibt Gino entspannt und die Jugendlichen lernen ganz nebenbei eine Form inklusiver Kommunikation kennen.
Danach dürfen die Jugendlichen das Jugi selbst erkunden. Für Gino beginnt nun der schönste Teil des Morgens. Kaum geben wir das freie Erkunden frei, stehen bereits die ersten Jugendlichen bei ihm und fragen, ob sie ihn streicheln dürfen. Von da an wird unser Feel-Good-Manager fast ununterbrochen gekrault und gestreichelt.
Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Rallyes: Manchmal braucht es gar nicht viel, damit sich Jugendliche willkommen fühlen – manchmal reicht ein Hund namens Gino.
Herzlich,
Olivia Selmi
Die Jugendarbeitenden der Gemeinde Thalwil sind jeweils von Dienstag bis Freitag im Tuchhof anzutreffen. Der Jugendtreff ist jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und jeden zweiten Freitag von 18 bis 22 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung wird nicht benötigt.
Kontakt:
Jugendarbeit Thalwil
Mühlebachstrasse 53
E-Mail: jugendarbeit@thalwil.ch
Tel.: 044 723 24 03
