In dieser Kolumne möchte ich eine sehr persönliche Geschichte teilen. Sie handelt von einer besonderen Frau, die mein Leben nachhaltig geprägt hat.
Kennengelernt habe ich meine älteste und beste Freundin in der ersten Sekundarstufe. Dadurch lernte ich auch ihre Mutter, Sibille, kennen. Mit ihrem herzlichen Lächeln und ihrer warmen Art schaffte es Sibille, dass ich mich bei ihrer Familie vom ersten Tag an wie zu Hause fühlte. Auch nach der Schulzeit blieben meine Freundin und ich eng verbunden, und so gehörten Besuche bei Sibille weiterhin dazu. Sie hatte stets ein offenes Ohr, einen guten Rat und die besondere Fähigkeit, Menschen das Gefühl zu geben, willkommen und wichtig zu sein.
2022 erhielt Sibille eine Nachricht, die niemand erwartet hatte: Der Krebs, den sie bereits zehn Jahre zuvor besiegt hatte, war zurück. Es folgte ein schwieriges Jahr voller Behandlungen, Hoffen, Bangen und Kämpfen. Tatsächlich gelang es ihr noch einmal, die Krankheit vorübergehend zurückzudrängen.
Zur selben Zeit näherte ich mich dem Ende meines Studiums zur Gemeindeanimatorin. Anfang 2024 begann für mich die Suche nach einer passenden Stelle. Sibille wusste das und machte mich eines Tages auf eine offene Stelle bei der Gemeinde Thalwil aufmerksam, wo sie selbst seit zehn Jahren arbeitete. Zunächst war ich unsicher. Doch wer Sibille kannte, weiss: Wenn sie von etwas überzeugt war, blieb sie hartnäckig. Sie sprach das Thema immer wieder an und bestärkte mich darin, mich zu bewerben. Zum Glück habe ich auf sie gehört! Ich bewarb mich, erhielt die Stelle und darf heute einer Arbeit nachgehen, die mir grosse Freude bereitet. Manchmal stelle ich mir vor, wie Sibille darüber schmunzelt und sagt: «Ich habe doch gewusst, dass das genau das Richtige für dich ist.»
Umso schwerer war die Nachricht, die einige Monate später folgte: Der Krebs war erneut zurückgekehrt. Von da an begann ein langer Weg mit Höhen und Tiefen, geprägt von Hoffnung, Rückschlägen, Mut, schönen Momenten und unermüdlichem Kampfgeist. Anfang September hat Sibille diesen Kampf leider endgültig verloren.
Ihr Tod schmerzt sehr und hinterlässt eine grosse Lücke. Mit ihr haben wir einen wunderbaren Menschen und eine geschätzte Kollegin verloren. Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar für die vielen Erinnerungen, die bleiben.
Mir ist es ein Bedürfnis, diese Geschichte zu teilen, weil Sibille mir etwas Wichtiges mitgegeben hat: Versuch, auch in schwierigen Zeiten das Gute nicht aus den Augen zu verlieren. Warte nicht auf den «richtigen Moment», um Dinge zu tun, die dich glücklich machen. Nimm dir Zeit für deine Herzensmenschen, für gemeinsame Gespräche, einen Kaffee oder ein spontanes Wiedersehen. Oft werden gerade diese kleinen Momente zu den wertvollsten Erinnerungen.
Danke, Sibille. Ohne dich wäre ich heute nicht derselbe Mensch.
Herzlich,
für die Gemeinde Thalwil,
Olivia Selmi
Die Jugendarbeitenden der Gemeinde Thalwil sind jeweils von Dienstag bis Freitag im Tuchhof anzutreffen. Der Jugendtreff ist jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und jeden zweiten Freitag von 18 bis 22 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung wird nicht benötigt.
Kontakt:
Jugendarbeit Thalwil
Mühlebachstrasse 53
E-Mail: jugendarbeit@thalwil.ch
Tel.: 044 723 24 03
