Der Thalwiler Gemeinderat rechnet für das kommende Jahr mit einem Minus von rund 3,6 Millionen Franken bei einem Gesamtaufwand von 184,2 Millionen Franken. Bei der Erarbeitung des Budgets 2027 haben Verwaltung, Finanzausschuss und Gemeinderat die vorgesehenen Ausgaben kritisch hinterfragt und zahlreiche Positionen an den aktuellen Bedarf angepasst. Die finanzielle Situation bleibt anspruchsvoll. «Bildung, Soziales und der kantonale Finanzausgleich beanspruchen einen bedeutenden Teil unserer Mittel», sagt der Thalwiler Finanzvorstand Thomas Henauer (FDP). «Bei vielen dieser Ausgaben ist unser Handlungsspielraum begrenzt, weil sie gesetzlich vorgegeben oder nur bedingt beeinflussbar sind.»
Die für 2027 erwarteten Fiskalerträge belaufen sich auf rund 114,3 Millionen Franken. Damit liegen sie rund 1,3 Prozent unter dem Vorjahresbudget von 115,8 Millionen Franken. Auf natürliche Personen entfallen rund 94,0 Millionen Franken, auf juristische Personen 5,2 Millionen Franken. Die Grundstückgewinnsteuern sind mit 15,0 Millionen Franken um 1,5 Millionen Franken tiefer veranschlagt als im Budget 2026. Der Gemeinderat budgetiert hier bewusst vorsichtiger, da sich ein Rückgang der Erträge abzeichnet. Die prognostizierte Steuerkraft steigt gegenüber dem Rechnungsabschluss 2025 von 6'004 auf 6'797 Franken je Einwohnerin und Einwohner. Sie bleibt damit deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Davon profitiert die finanzielle Basis der Gemeinde. Zugleich verpflichtet die hohe Steuerkraft Thalwil zu entsprechend hohen Beiträgen an den kantonalen Ressourcenausgleich. Im Budget 2027 sind dafür 20,0 Millionen Franken vorgesehen.
Solide Reserven und hohe Investitionen
Das budgetierte Defizit ist für den Gemeinderat angesichts der vorhandenen Reserven verkraftbar. Ende 2025 verfügte Thalwil über einen Bilanzüberschuss von rund 129,2 Millionen Franken. «Auch wenn wir die budgetierten Defizite von 2026 und 2027 berücksichtigen, verbleiben 122,7 Millionen Franken», erklärt Thomas Henauer. «Diese solide finanzielle Basis erlaubt es uns, die vorhandenen Reserven mit Augenmass einzusetzen.» Der Gemeinderat will die finanziellen Herausforderungen transparent aufzeigen: Trotz der anstehenden Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Werterhalt sowie der nur beschränkt beeinflussbaren Ausgaben sieht er keinen Anlass für eine Steuersenkung.
Für das kommende Jahr sind Nettoinvestitionen von rund 45,5 Millionen Franken geplant. Sie sollen den Wert bestehender Anlagen sichern, die Erfüllung gesetzlicher Aufgaben ermöglichen und die Gemeinde langfristig weiterentwickeln. Eine wichtige Rolle in der Vermögensstrategie spielt weiterhin das Projekt «Breiteli Nord». Erfreulich entwickeln sich die Erträge aus dem Finanzvermögen. Die 2026 fertiggestellte Wohnüberbauung Hofwisen in Gattikon ist vollständig vermietet. «Die Mietzinserträge aus der Hofwisen leisten einen wichtigen Beitrag an das Rechnungsergebnis», sagt Thomas Henauer. Auch von der weiteren Entwicklung des gemeindeeigenen Finanzvermögens erwartet der Gemeinderat positive Impulse. Über das Budget 2027 sowie den beantragten, gleichbleibenden Steuerfuss von 78 Prozent befinden die Thalwiler Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2026.
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