Um eine gute Lebensqualität zu erhalten, ist die Akzeptanz der Vergänglichkeit bedeutungsvoll. Eine heilsame Versöhnung beinhaltet, dass wir die gegebenen Umstände annehmen und akzeptieren. Versöhnung beginnt in den Momenten, in denen wir wahrnehmen. Oft sind es die Schmerzen, die uns die Veränderungen deutlich spüren lassen. Doch wir Menschen neigen dazu, Unangenehmes wegzustossen und dagegen anzukämpfen. Dafür setzen wir viel Kraft und Geld ein. Wir sind oft im Widerstand mit dem, was ist, und fokussieren uns unwillig auf das Älterwerden an sich. Natürlich gehört eine gesunde Portion Ärger, Frust und Trauer zur Verarbeitung dazu, aber nicht nur!
Denn was passiert, wenn wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen? Was, wenn wir Unangenehmes nicht mehr wegstossen? Wenn wir bereit sind, hinter die Vergänglichkeit und Schmerz zu schauen, entsteht Versöhnung. Gewiss, das braucht Mut, erweitert jedoch unseren Blickwinkel beim Abwägen der Vor- und Nachteile des Älterwerdens. Wir können uns wieder bewusst machen, welche körperlichen, geistigen und psychischen Prozesse Tag und Nacht ganz selbstverständlich funktionieren.
Wer diese Dankbarkeit spürt, ist vermutlich seiner inneren Versöhnung näher gerückt. Wer es schafft, dem Unangenehmen die Hand zu reichen, erlangt innere Weite, Freiheit und vielleicht sogar tiefen Frieden. Diese annehmende Haltung mit unserem Älterwerden kann eine gute Grundlage für ein friedliches Miteinander mit uns selbst und mit anderen sein.
Akzeptanz in Partnerschaften
Auch Partnerschaften im AHV-Alter sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Wie gut, wenn Partnerinnen und Partner fürsorglich mit sich selbst umgehen, das Miteinander pflegen und eine gute Portion Humor und Gelassenheit in die Beziehung bringen. Kürzlich rief mich ein Senior an und erkundigte sich nach Hörtrainings und Lippenlesen in der Region. Ich empfahl ihm die Anlaufstelle von Pro Audito Schweiz, die vielfältige Angebote zum Thema Hören anbieten.
Zum Schluss des Gesprächs sagte der Anrufer schalkhaft: «Wissen Sie, ich höre meine Frau zwar, aber manchmal verstehe ich sie einfach nicht.» Ich musste genauso herzhaft lachen wie der sympathische Anrufer. Falls nötig ist ein Hörtraining eine gute Voraussetzung für die Verbesserung der Lebensqualität. Ebenso wichtig ist es, ein offenes Ohr für sich selbst und seine Bezugspersonen zu behalten.
Herzlich,
Karin Weidle
Die «Infostelle Alter und Gesundheit» der Gemeinde Thalwil bietet kostenlose Auskunft und Beratung zu verschiedenen Themen des Alters. Ohne Voranmeldung während der offenen Sprechstunde: Di, 14 bis 16 Uhr und Fr, 9 bis 11 Uhr.
Kontakt:
Alte Landstrasse 110a
E-Mail: altergesundheit@thalwil.ch
Karin Weidle, Altersbeauftragte: 044 723 24 72
Karin Bachmann, Gesundheitskoordinatorin: 044 723 24 73
